Mit dem Maria Fischer Fonds die medizinische Grundversorgung in Berggebieten verbessern

Das war das Ziel von Maria Fischer, einer passionierten Hochgebirgsgängerin. Die Ärztin Maria Fischer (1904–1995) hat bei ihren vielen Bergtouren immer wieder festgestellt, dass Bewohnerinnen und Bewohner in Berggebieten oft eine schlechtere medizinische Grundversorgung haben als solche in «Nicht-Bergregionen».

Wir stellen stellvertretend zwei Samaritervereine und einen Kantonalverband vor, die dank der finanziellen Unterstützung aus dem Nachlass der Ärztin Projekte lancieren konnten.

Aufbau einer First-Responder-Einheit

Eine Situation, die Edith Sprecher vom Samariterverein Vättis kennt. Das Dorf liegt weit hinten im Taminatal, und bis die Ambulanz in einem Notfall eintrifft, dauert es 30 bis 40 Minuten. Zu lang für Edith Sprecher: «Obwohl die Verletzungen sich unterscheiden und nicht immer eine Ambulanz gerufen werden muss, ist der Samariterverein Anlaufstelle für allerlei Blessuren oder Verletzungen.» Im Notfall sei man die einzige Betreuung vor Ort. Deshalb hat der Samariterverein bei der Geschäftsstelle des Schweizerischen Samariterbunds (SSB) ein Gesuch für Material zum Aufbau einer First-Responder-Einheit eingereicht.

Notfallrucksäcke im Wallis

Ganz im Sinn der Vergabekriterien war das Gesuch des Kantonalverbandes Valais Romand. Schon lange schwebte dem kantonalen Vorstand vor, verschiedene Schwachstellen der Samaritervereine zu beheben: namentlich die Einheitlichkeit, die visuelle Identität und die Qualität der Betreuung. Eine Idee war, die Samaritervereine über den Maria-Fischer-Fonds vollständig mit Notfallrucksäcken auszustatten. «Neben der verbesserten Qualität der Pflege, die diese moderne Ausrüstung bieten wird, verbessert sich auch die Qualität des Sanitätsdienstes wesentlich», sagt der Präsident des Kantonalverbandes Yvan Besse.

Hilfe zur Selbsthilfe für Kinderbergsteiger

Auch Samariter-Jugendgruppen sind in den Genuss von Beiträgen gekommen. So zum Beispiel im Kanton Glarus, wo rund 20 Kinderbergsteiger in Erster Hilfe ausgebildet worden sind. «Die erste gemeinsame Lektion fand am 3. Oktober 2021 statt», bestätigt Verena Kubli des Samaritervereins Netstal. Das Wissen wurde durch junge Samariterinnen und Samariter vermittelt. Denn die Jugendlichen wissen um die Gefahr beim Klettern, Bergsteigen und Wandern. «Die Risiken sind beim Bergsteigen doch gross, und nicht immer sind Erwachsene in unmittelbarer Nähe. Da auch die Leiter Unfälle erleiden können oder auf Unterstützung angewiesen sind, sollen die Kinder darin ausgebildet werden», betont Verena Kubli.