Schweizerischer Samariterbund
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Wir dürfen den Trend der Zeit nicht verschlafen


Die Ausbildung von Laien in AED


Die Redaktion unterhielt sich mit Roland Marti, dem künftigen Leiter des Bereichs Bildung/Beratung des SSB, über die Laienausbildung AED.

Ist es nicht ein Risiko, ohne das offizielle Einverständnis des Swiss Resuscitation Council (SRC)* bereits jetzt an den Kadertagungen AED zu schulen?

Roland Marti: Ich denke nicht, dass man von einem Risiko sprechen kann. In Deutschland und Österreich wird AED-Instruktion durch Laien bereits seit Jahren erfolgreich praktiziert. Zurzeit werden wir in den Medien immer wieder mit Inseraten und Werbespots von Firmen konfrontiert, die AEDGeräte verkaufen. Wir müssen an sich froh sein über jede Person, die einen Kurs besuchen will, um zu lernen wie ein AED-Gerät schneller und sicherer eingesetzt wird. Wir erfüllen demnach ein wichtiges Bedürfnis. Zurzeit laufen die Verfahren zur Anerkennung der Laienausbildung. Wir dürfen aber nicht vergessen: Jedermann darf ein AED-Gerät anwenden, ohne eine Schulung vorweisen zu müssen.

Das bedeutet, dass die Kursleiterinnen und Kursleiter ab dem nächsten Jahr AED instruieren dürfen?

Nein, auf Stufe Nothilfekurs ist das noch nicht so weit. Ab dem nächsten Jahr wird AED in den CPR-Kurs integriert sein. Der AED-Grundkurs wird erweitert zum AED/CPR-Grundkurs. Das Astra, das Bundesamt für Strassen, hat uns via ResQ** bereits angefragt, ob wir unter Umständen eine Integration von AED in die Nothilfekurse sehen. Heute arbeiten die Projektgruppen des SSB bereits daran, dass am Tag X eine AED-Demonstration im Nothilfekurs ohne grosse Aufwendungen angeboten werden kann. Ganz wichtig ist, dass wir die Entwicklung, den Trend der Zeit auf dem Gebiet der Ersten Hilfe bei Herznotfällen nicht verschlafen.

Viele Profi-Rettungsleute sind gegenüber der AED-Laienausbildung skeptisch. Sind diese Bedenken mit der Zunahme des Bekanntheitsgrades von AED und im Blick auf die technischen Vereinfachungen bei AED ein wenig abgeflacht?

Die Ängste, die Widerstände, die Vorurteile vieler Rettungsprofis gegenüber der AED-Laieninstruktion sind einfach da. Wir bieten aber eine gut vorbereitete, fundierte Schulung an. Unsere Leute verfügen über eine entsprechende Grundausbildung. Sie werden sehr wohl in der Lage sein, AED fachgerecht zu unterrichten. Und man muss klar sehen: Für die Anwendung des AED ist eigentlich kein Kurs erforderlich. Ich unterstreiche in aller Deutlichkeit: Es gibt kein AED ohne CPR, eher noch CPR ohne AED. Wir dürfen nicht vergessen, dass nicht in jeder Ecke ein Gerät greifbar ist. Dazu kommt, dass es ohnehin keine Reanimation gibt, die rein auf AED abgestützt ist.

* Der Swiss Resusciation Counseil (SRC)

  • Die Qualität der Cardio-pulmonalen Reanimation (CPR) zu verbessern und damit mehr Leben zu retten
  • Die Prinzipien der Rettungskette im prähospitalen sowie im hospitalen Bereich zu verbreiten
  • Vereinheitlichung der CPR-Ausbildung (unité de doctrine)
  • Der Kontakt und die Koordination mit den entsprechenden internationalen Organisationen
  • Internationale und Evidenz-basierte CPR Richtlinien beachten
 

** Der Verein ResQ bezweckt die Zertifizierung von Laienausbildungen und Ausbildenden im Rettungswesen durch die Strukturierung und Regelung des Kursangebots, die Entwicklung einheitlicher Ausbildungsnormen in Zusammen-arbeit mit der Schweizerischen Medizinischen Rettungskommission (SMEDREC), dem Fachgremium für medizinische und andere wissenschaftliche Fragen im Rettungswesen.




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