Schweizerischer Samariterbund
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Vereinbarungen mit neuen Kadern sind nötig


Was Samaritervereine, Kantonalverbände und neu auszubildende Kaderpersonen voneinander erwarten, kann und muss im Voraus abgesprochen und geregelt werden.

Die Ausbildung von Kadern kostet Geld. Vereine und Verbände entschliessen sich dazu, jemanden ausbilden zu lassen, wenn sie für anstehende Arbeit einen Bedarf erkennen und sie möchten diesen dank der zusätzlichen Kaderperson abdecken.
 
Samariter/innen, die sich zu Kadern ausbilden lassen, verbinden damit auch Erwartungen – sie möchten Neues lernen und einsetzen, sich entfalten, sich entwickeln.
 
Es ist nicht selbstverständlich, dass die Erwartungen der beiden Seiten deckungsgleich sind. Die beidseitigen Erwartungen müssen besprochen und aufeinander abgestimmt werden. Die gefundene Einigung muss schriftlich festgehalten werden, damit sie z.B. auch Nachfolgern im Vorstand bekannt ist.
 
Fehlt eine entsprechende Abmachung in Form einer Ausbildungs- und Zusammenarbeits-Vereinbarung, droht Streit.
 
Mögliche Differenzen
Ausgangspunkt des Absprachebedarfs ist in erster Linie der Umstand, dass sich der Samariterverein oder Kantonalverband an den Kosten der Ausbildung beteiligt, wenn nötig auch einen Lohnersatz entrichtet. So ergeben sich bei der Ausbildung eines Vereinskaders rasch Aufwände von mehr als CHF 6'000.-. In der Regel bestehen offenbar diesbezüglich klare Absprachen.

Die Anfragen an das Zentralsekretariats zeigen, dass folgende Themen am dringendsten der sauberen Absprache bedürfen:

  • Welche Menge an Arbeitsleistung wird von der Kaderperson erwartet und für wie lange?
  • Unter welchen Bedingungen und in welchem Umfang kann von der Kaderperson die Rückerstattung von übernommenen Ausbildungskosten verlangt werden?
  • Wie viel Freiraum und Eigeninitiative ist einer Kaderperson erlaubt, z.B. wenn sie möglichst viele Kurse erteilen will?

Die Beantwortung dieser Fragen sprengt den Rahmen eines einzigen Zeitungsbeitrags. Deshalb werden sie in den kommenden Monaten einzeln behandelt.
 
Vorschlag für eine Vereinbarung
Eine "Amtsverpflichtung", die sich daraus ergibt, dass Samaritervereine oder Kantonalverbände sich an den Kosten einer neuen Kaderperson beteiligen, besteht nur, wenn die auszubildende Person diese persönlich akzeptiert. Die im Kaderreglement festgehaltenen Regelungen (Ziffer 2.7; 3.6 und 4.8.) kommen nur zum Zug, wenn die Parteien dies untereinander so vereinbart haben – sie sind gegenüber einer Einzelperson nicht automatisch anwendbar. Zusätzlich muss beachtet werden, dass die in den zitierten Vorschriften vorgesehene Rückzahlungspflicht bei weniger als drei Amtsjahren je nach der Höhe der übernommenen Ausbildungskosten gerichtlich nicht durchsetzbar sein dürfte.

Deshalb stehen jetzt auf der Homepage des SSB unter dem Menu-Punkt Downloads (Vereinbarung mit neuen Kadern) Textvorlagen für Ausbildungs- und Zusammenarbeits-Vereinbarungen zwischen Samaritervereinen und Kantonalverbänden und neu auszubildenden Kadern sowie je ein Merkblatt zur Verfügung.

Das Zentralsekretariat ist sehr interessiert zu erfahren, ob es diese Hilfsmittel effektiv erleichtern, die wesentlichen Fragen zu klären und es dankt für Rückmeldungen, falls der eine oder andere Punkt unklar ist.

Kurt Sutter, Zentralsekretär SSB

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