Schweizerischer Samariterbund
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Unfälle beim Wintersport

Die Wintersaison ist bereits in vollem Gange und bei schönem Wetter zieht es viele Menschen auf Schneepisten, Berghänge und das glatte Eis. Dabei kommt es auch immer wieder zu Unfällen und Verletzungen.

Um zwanzig bis dreissig Stundenkilometer unterschätzen die meisten Skifahrerinnen und Skifahrer ihre eigene Geschwindigkeit. Immer hochwertigere Ausrüstungen und schnelle Carvingpisten haben zur Folge, dass viele Fans des beliebten Brettersports teilweise sehr hohe Geschwindigkeiten erreichen.

Richtig Handeln im Ernstfall

Jährlich passieren rund 87'000 Unfälle. Beinahe Dreiviertel der Fälle betreffen Skifahrer oder Snowboarderinnen. Dabei ist es wichtig, dass Ersthelferinnen und Ersthelfer die richtigen Schritte unternehmen. Dazu gehören neben den Erste Hilfe-Massnahmen wie das Erfassen des Allgemeinzustandes der verletzten Person, deren korrekte Lagerung sowie Wundversorgung und Schutz vor der Kälte auch das Absichern der Unfallstelle und die Alarmierung des Pistenrettungsdienstes, respektive des Rettungsdienstes direkt.
Lesen Sie dazu den Beitrag der Schweizerischen Rettungsflugwacht Rega zum Thema Unfälle auf Schneepisten.

Erste Hilfe auf der Piste

Verstauchungen - Wenden Sie das PECH-Schema an

  • P wie Pause. Die betroffene Körperregion ruhigstellen
  • E wie Eis, sofort kühlen. Eis verringert eine Schwellung und trägt zur Schmerzstillung bei
  • C wie Compression. Auf die betroffene Körperregion wird mit einem Kompressionsverband Druck erzeugt
  • H wie hochlagern. Die betroffene Körperregion hochlagern

Knochenbruch

  • Fordern Sie die betroffene Person auf, den verletzten Körperteil selbst mit der Hand ruhigzustellen, oder verhindern Sie mithilfe von Kissen oder Kleidungsstücken unnötige Bewegungen. Durch das Ruhigstellen der Verletzung können Schmerzen gelindert und weitere Schäden vermieden werden.
  • Wenn der verletzte Bereich deutlich verformt oder sehr schmerzhaft ist, rufen Sie die Notrufnummer 144.

Gehirnerschütterung

  • Mögliche Symptome einer Gehirnerschütterung sind kurze Bewusstlosigkeit, Verwirrtheit, Übelkeit und Erbrechen, Erinnerungslücken
  • Das können Sie tun: Den Patienten beruhigen, ihn hinsetzen und warmhalten
  • Das sollten Sie vermeiden: Abgabe von Schmerzmitteln, von Essen und Getränken
  • Rufen Sie bei Verdacht auf eine Gehirnerschütterung den Notruf 144

Weniger rasant geht es beim populären Eislaufen zu und her. Der Sport eignet sich für alle Altersgruppen, fördert die Beweglichkeit, stärkt die Muskulatur und verbessert die Ausdauer. Leider verletzen sich dabei jedes Jahr in der Schweiz rund 3'500 Menschen. Die häufigste Unfallart ist der Sturz aufs Eis. Dabei entstehen Prellungen an Knien und Ellenbogen, Schnitt- und Platzwunden, Knochenbrüche sowie Gehirnerschütterungen. Mit den folgenden Massnahmen können Sie auch hier vielen Verletzungsgefahren vorbeugen:

  • tragen Sie warme und bequeme Kleidung mit Handschuhen und Mütze
  • verwenden Sie Schlittschuhe mit gut geschliffenen Kufen und schnüren Sie die Schuhe fest, um ein Einknicken zu verhindern
  • Kinder sollten immer einen Helm tragen und eventuell Protektoren für die Knie und Handgelenke
  • eignen Sie sich die nötigen Grundtechniken an, insbesondere die Bremstechnik
  • beachten Sie beim Befahren von freien Eisflächen die sechs Eisregeln der Schweizerischen Lebensrettungsgesellschaft SLRG

In der Aufzählung der beliebtesten Wintersportarten darf das Schlitteln nicht fehlen. Jährlich verunfallen in der Schweiz dabei fast 7’300 Personen. Vielfach wird die Geschwindigkeit unter- und das Fahrkönnen überschätzt. Stürze und Zusammenstösse sind die Folge, oft mit Knochenbrüchen oder Kopfverletzungen. Auch hier kann mit einigen vorkehrenden Massnahmen oft Schlimmeres verhindert werden. So empfiehlt die bfu, dass Schlittler

  • hohe, feste Schuhe mit gutem Profil, geeignete Winterbekleidung sowie einen Schneesporthelm und Handschuhe tragen
  • schlitteln Sie zudem nur auf markierten Wegen oder Hängen mit freiem Auslauf
  • binden Sie die Schlitten nicht zusammen, fahren Sie nicht liegend, sondern sitzend
  • passen Sie die Geschwindigkeit Ihrem Können und den Verhältnissen an
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