Schweizerischer Samariterbund
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Stellungnahme vom 24. Juni


Ungerechtfertige Angriffe des "Sonntags" gegen den Samariterbund
 
Der Schweizerische Samariterbund (SSB) hat in den letzten Jahren seine Nothilfekurse ständig modernisiert. Verschiedene Zertifikate bezeugen seine Erfolge in der Qualitätssicherung. Unsauber recherchierten die Mitarbeiterinnen der "Sonntag"-Ausgabe der "Mittellandzeitung", die in der Ausgabe vom 22. Juni behaupten, der Nothilfekurs sei veraltet.

Wer den ausführlichen Beitrag und den dazu gehörenden Kommentar im "Sonntag" liest, muss den Eindruck erhalten, hier gehe es darum, bewusst den Schweizerischen Samariterbund schlecht zu machen. Im Beitrag wird der Inhalt des Nothilfekurses kritisiert, nirgends wird aber erwähnt, dass Behörden und medizinische Gremien und nicht der SSB, die Kursinhalte vorgeben. Ebenfalls nicht erwähnt wird, dass ein Drittel der Nothilfekurse von andern Anbietern als dem SSB erteilt werden; verschwiegen wird, dass die im Nothilfekurs vorgegebenen Inhalte auch für den Sanitätsdienst der Armee gelten.
 
Stellt man dann fest, dass der im Text zitierte Notfallmediziner Urs Wiget, als ärztlicher Leiter bei einem privaten Anbieter von CPR-AED-Kursen arbeitet, erhärtet sich der Verdacht, dass sich der "Sonntag" zum Sprachrohr eines Privatunternehmens macht, das einen unliebsamen Konkurrenten ausschalten möchte. Praktisch in allen Ländern Europas erteilen medizinische Laien Kurse in CPR und AED. In der Schweiz versuchen medizinische Profis dies zu verhindern. Sie stützen sich dabei auf die im Alltag x-mal widerlegte Behauptung, dass der beste Skifahrer auch der beste Skilehrer sei.
 
Am Europäischen Erste-Hilfe-Wettbewerb in Liverpool vom 21. Juni klassierte sich das Schweizer Team aus Mitgliedern des Samaritervereins Roggwil BE im 9. Rang unter 27 Nationen. Die Samariter überflügelten einige Equipen, die über praktische Erfahrung als Freiwillige im Ambulanzdienst verfügen. Die fundierte Ausbildung und die seriöse Wettkampfvorbereitung sowie die Erfahrung aus Postendiensten und als Erst-Helfer im Alltag ermöglichte den Roggwilern diese ausgezeichnete Rangierung.
 
SSB-Kurse sind zertifiziert
 
Für seine Anstrengungen in der Qualitätssicherung ist der Samariterbund in den letzten Jahren mehrfach belohnt worden. Ende 2006 erteilte ResQ, die Zertifizierungsstelle für Laienausbildung 2500 Kursleitern der Samaritervereine die Kompetenzzertifizierung. Mit diesem Zertifikat sind sie berechtigt in den nächsten vier Jahren den Nothilfekurs zu erteilen. Damit erfüllen sowohl der Nothilfekurs wie auch die Kursleiter des Schweizerischen Samariterbundes die Anforderungen des zuständigen Bundesamtes. Der Standard des Nothilfekurses, sowie die Ausbildung der Kursleiter des Samariterbundes entsprechen auch den europäischen Standards, sodass der Samariterbund auch das Europäische Erste Hilfe Zertifikat EFAC erhalten hat.

Der Bereich Bildung und Beratung des SSB trägt seit dem Jahr 2006 das eduqua-Zertifikat. Vor wenigen Wochen erst hat der Schweizerische Verband für Weiterbildung SVEB den SSB als Anbieter von SVEB-1-Lehrgängen anerkannt.

Samariterbund in der Pionierrolle
 
Aber auch im medizinischen Bereich schläft der SSB nicht. Er hat seinen Nothilfekurs in den letzten Jahren stets den medizinischen Vorgaben angepasst. Bei der Einführung der Herz-Lungen-Wiederbelebung (CPR) hatte er sogar – unter deutlichem Stirnrunzeln der Fachgremien – eine Pionierrolle eingenommen. Seit 1993 erteilen Samaritervereine CPR-Bevölkerungskurse. Im Nothilfekurs vermitteln sie die CPR-Technik seit dem Jahr 2000. Erst fünf Jahre später wurde der Einbau von CPR in den Kurs obligatorisch.
 
Der Artikel des "Sonntags" stützt sich angeblich auf eine deutsche Studie, zu der im Text aber die Quellenangaben vorenthalten werden. Ebenfalls ohne Quellenhinweis verwendet der Artikel mehrere Passagen aus einem Artikel der im April im deutschen Magazin "Spiegel" erschien. Der Schweizerische Samariterbund ist enttäuscht, dass eine der grössten Zeitungsredaktionen der Schweiz so unsauber recherchiert und sich einseitig zum Sprachrohr von Einzelinteressen macht.
 
Schweizerischer Samariterbund, 24.6.2008

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