Schweizerischer Samariterbund
Schweizerischer Samariterbund
Martin-Disteli-Strasse 27
4601 Olten
Telefon 062 286 02 00
Fax 062 286 02 02
office@samariter.ch

Präsidentenkonferenz 2007


Frühzeitig vernetzen statt still beerdigen

Zu viele Samaritervereine sind in den letzten Jahren verschwunden, ohne dass Kantonalverbände oder Samariterbund rechtzeitig Gegenmassnahmen ergreifen konnten. Künftig sollen Vereinskoordinatoren Vereinen frühzeitig Hilfe bringen. An ihrer Konferenz im März unterstützten die Präsidenten der Kantonalverbände diese Idee.

Ziel des Schweizerischen Samariterbundes ist es, mit seinen Angeboten überall in der Schweiz präsent zu sein. Doch die Samariter-Schweiz hat immer mehr Löcher, erklärte Bernadette Bachmann (Westschweiz: Christine Ruchat), Mitglied des Zentralvorstandes, am 10. März in Nottwil. Die versammelten Präsidenten und weiteren Vertreter aus den Kantonalverbänden wurden sehr nachdenklich, als sie erwähnte, dass jeden Monat sang- und klanglos ein Samariterverein von der Landkarte verschwinde.
 
Zuvor schon hatte Zentralpräsidentin Monika Dusong zum Handeln aufgerufen: "Als Samariter kümmern wir uns doch um die Verletzten und um die Verwundeten. Warum ist uns der Nachbarverein egal, wenn er in den letzten Zügen liegt."
 
Neues Amt mit Leben füllen

Bislang habe der SSB der Zusammenarbeit unter den Vereinen kaum Aufmerksamkeit geschenkt. Die Pflichtenhefte der Instruktorinnen und Instruktoren seien ganz auf die fachtechnische Ausbildung und das gute Funktionieren jedes einzelnen Vereines ausgerichtet, erklärte die Zentralpräsidentin und fuhr fort: "Wir brauchen Personen, die sich für diese Zusammenarbeit innerhalb unserer Organisation stark machen." Es sei an den Vereinskoordinatoren, diese Aufgabe wahrzunehmen.
 
Inzwischen sind alle Instruktorinnen und Vereinsleiterinstruktoren des SSB auch in die Funktion eines Vereinskoordinators überführt worden. Nun ist es an den Kantonalverbänden, das neue Amt mit Leben zu füllen. Der Vereinskoordinator ist kein Ausbilder. Seine Aufgabe ist das Begleiten, Fördern, Motivieren und Unterstützen von sechs bis zehn Samaritervereinen.
 
An der Konferenz erarbeiteten die Vertreter der Verbände einen Ideenkatalog zu den Zielsetzungen für den Einsatz der Koordinatoren in ihrem Gebiet und eine mögliche Jahresplanung für ihre Arbeit. Zu lösen war weiter die Frage, wie das neue Amt in die Organisation des Kantonalverbandes eingebunden wird.
 
Mitgliedermarketing und Aktionswochen

Vorgestellt wurden an der Präsidentenkonferenz zwei Projekte aus dem Bereich Öffentlichkeitsarbeit. Zunächst ging es um die Gewinnung neuer Vereinsmitglieder. Aus elf Ideen zum Mitgliedermarketing konnten die Verbandsvertreter eine Auswahl treffen. An der Herbstkonferenz im November werden die bevorzugten Projekt im Detail vorgestellt, damit sie ab 2008 umgesetzt werden können.
 
Von März bis Mai 2008 lanciert der Schweizerische Samariterbund erstmals "Aktionswochen". Es liegt nahe, diese Werbekampagne auf den Kurs "Notfälle beim Sport" auszurichten, der Ende 2007 eingeführt wird. In den folgenden Jahren sollen im Frühjahr regelmässig Aktionswochen zu wechselnden Themen durchgeführt werden.
 
Konkret wird der SSB zu Beginn der Aktionswochen einen Anlass mit bekannten Sportlern veranstalten. Diese absolvieren einen Schnupperkurs "Erste Hilfe beim Sport". Dazu werden die Medien eingeladen.
 
Die Kantonalverbände werden angeregt, auf ihrer Ebene in der Aktionszeit ebenfalls Schnupperkurse für die Vertreter der kantonalen Sportverbände zu organisieren. Samariterverbände und Samaritervereine stellen sicher, dass im Frühjahr 2008 überall Kurse "Notfälle beim Sport" angeboten werden. Das Zentralsekretariat wird ihnen verschiedene Unterlagen zur Verfügung stellen. Noch vor den Sommerferien wird es den Vereinen detaillierte Informationen zu den Aktionswochen zustellen.
 
Verbandszeitung für alle

Seit langem wünscht sich die Zentralorganisation eine stärkere Verbreitung der Verbandszeitung. Viel Zustimmung fand an der Präsidentenkonferenz folgendes Zeitungsmodell. Die Verbandszeitung der Zukunft soll 40 oder 48 Seiten umfassen in zehn Ausgaben pro Jahr in den Sprachen Deutsch beziehungsweise in einer Kombination von Französisch und Italienisch erscheinen.
 
Finanziert würde die neue Zeitung nicht mehr über Abonnemente sondern über Vereinsbeiträge. Vorgeschlagen wurde ein Einheitspreis von rund 400 Franken pro Verein. Dafür könnte jeder Samariterverein für die gesamte Zahl seiner Aktivmitglieder die Zeitung bestellen. Die Verbandsvertreter forderten den SSB auf, einen Vorschlag mit auf die Grösse der Samaritervereine abgestuften Preisen auszuarbeiten.
 
Finanzielles Wechselbad

Traditionell werden an der Präsidentenkonferenz die Geschäfte der Abgeordnetenversammlung - diese findet am 18. Juni in Martigny VS statt – vorbesprochen. Am meisten interessiert jeweils der Abschluss der Jahresrechnung des SSB. Hansruedi Zimmerli, Finanzfachmann des Zentralvorstands, stellte das Jahresergebnis 2006 vor. Er sprach von einem finanziellen Wechselbad.

Die Jahresrechnung 2006 des SSB ergab bei Erträgen von 11 Millionen ein Defizit von 770'000 Franken. Dieses Ergebnis steht im krassen Gegensatz zum Vorjahr, als ein Überschuss von einer Million Franken resultierte. Wichtigster Posten, der zum unerwartet hohen Defizit führte, waren die Mindererträge aus den Kursabgaben für Nothilfe- und CPR-Kurse. Seit Sammelbestellungen für diese Kurse möglich sind, ist es für die Zentralorganisation schwierig, den genauen Bedarf der Samaritervereine zu budgetieren.

Im Rahmenbudget 2008 rechnet der Samariterbund bei Erträgen von 11,2 Millionen Franken mit ausgeglichenen Zahlen. Rechnung und Rahmenbudget führten nicht zu Diskussionen. Hingegen verlangte Jakob Küng vom Samariterverband Glarnerland beim Traktandum Wahlen den Wechsel der Revisionsstelle. Im Verhältnis 4: 1 entschieden die Verbandspräsidenten, der Abgeordnetenversammlung die Firma Ernst&Young für zwei Jahre zur Wiederwahl zu empfehlen.
 
Präsidentenkarussell

Sieben Präsidentinnen und Präsidenten von Kantonalverbänden haben ihre Demission eingereicht und nahmen zum letzten Mal an der Konferenz teil. Traditionellerweise werden Sie in einer kleinen Feier am Samstag Abend verabschiedet. Zentralpräsidentin Monika Dusong würdigte die Verdienste der Zurücktretenden in fröhlichen und herzlichen Worten.
 
Die Zentralpräsidentin bedauerte, dass fünf der Geehrten - Manfred Andenmatten, Oberwallis; Nathalie Bosson, Neuenburg; Roger Massmünster, beider Basel; Patrick Schnellmann, Schwyz; Didier Stalder, Waadt - nur ein bis drei Jahre amtierten, und wünschte, dass es den Verbänden gelinge Nachfolger zu finden, die ihr Amt länger ausleben würden. Demgegenüber leitete Armin Stempfel, Freiburg, seinen Verband sieben Jahre lang. Sogar während zwei Jahrzehnten präsidierte Margrit Gähwiler Vogt den Zürcher Kantonalverband.
Eugen Kiener

Partner
  • Logo Zewo
  • Rettungsorganisation des SRK Logo Schweizerisches Rotes Kreuz