Schweizerischer Samariterbund
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Medienmitteilung zum Tag der Ersten Hilfe


Arbeitsgemeinschaft Rettungswesen Schweiz (AGR) des Schweizerischen Roten Kreuzes

Olten, Ende August 2008

Internationaler Tag der Ersten Hilfe, 13. September 2008

Notfall: helfen oder verzweifeln?


Bei den meisten Notfällen ist eine Person aus dem engeren Bekanntenkreis betroffen. Doch statt zu verzweifeln ist rasches Handeln angesagt. Laienhelfer können Leben retten, in dem sie alarmieren und Erste Hilfe leisten. Diese Kernaussage will der «Tag der Ersten Hilfe» am 13. September vermitteln.
 


Als Erstes: 144
«Alarmieren auf Telefonnummer 144 kann jeder», sagt Peter Salzgeber, seit 1998 Kommandant der Sanitätspolizei der Stadt Bern. Peter Salzgeber: «Nothilfe in blutigen Unfällen ist eher selten, und bei schweren Verkehrsunfällen beschränkt sich Laienhilfe auf Alarmierung und Absicherung.» Die meisten Notfälle – Salzgeber spricht von rund zwei Dritteln in seinem Einsatzgebiet – würden aber nicht Unfälle, sondern medizinische Notfälle wie Herz-Kreislauf-Probleme betreffen. Deshalb empfehle sich das regelmässige Wiederholen eines Nothilfekurses, und sei es nur, um die CPR-Kenntnisse (Herz-Lungen-Reanimation) aufzufrischen.

Alarmieren ist der erste Schritt, Nothilfe leisten der zweite. Doch nur wer die nötigen Kenntnisse besitzt, kann  wirksam helfen und unter Umständen ein Leben retten – anstatt zu verzweifeln. Nach mit der Schweiz vergleichbaren Studien aus Deutschland ist in 70% der Notfälle eine Person aus dem engeren Bekanntenkreis betroffen. Oft vermögen die Nächsten aber nicht wirksam zu helfen, denn meistens liegt ihr letzter Nothilfekurs mehr als 15 Jahre zurück.

«Laienhelfer bilden den ersten und wichtigsten Teil in der Rettungskette», betont Dr. med. Zeno Supersaxo, Präsident der schweizerischen Notfallmedizin-Kommission SMEDREC. Eine erfolgreiche Rettungsaktion beginne in vielen Fällen mit beherzter Laienhilfe.

Bei Unwohlsein früh zum Telefonhörer greifen
Was für Laienhelfer gilt, gilt auch, wenn man selber als Patient betroffen ist: so schnell wie möglich die Nummer 144 wählen. Zeno Supersaxo bringt es so auf den Punkt: «Das Entscheidende ist: Der medizinische Notfall beginnt in aller Regel nicht gleich mit dem Herzstillstand. Es fängt mit einem Unwohlsein an. Erste Hilfe heisst oft genug, zu einem frühen Zeitpunkt medizinischen Rat einzuholen und nicht mit falsch verstandener Tapferkeit lange Stunden Schmerzen auszuhalten.»

Ein Zögern oder Sich-Genieren ist fehl am Platz, für Helfer wie für Patienten. Auch Peter Salzgeber betont: «Die Alarmierung ist das wichtigste. Heute hilft die Sanitäts-Notrufzentrale mit sachdienlichen Hinweisen Schritt für Schritt weiter, dafür braucht niemand Erste-Hilfe-Experte zu sein.»

Tag der Ersten Hilfe
Auch die beste notfallmedizinische Landesversorgung kommt nicht ohne Laienhilfe aus. Dies ist eine der zentralen Aussagen der Arbeitsgemeinschaft Rettungswesen Schweiz (AGR) zum Internationalen Tag der Ersten Hilfe am 13. September 2008. In verschiedenen Städten und Gemeinden werden auffällige, zu Mumien bandagierte "Opfer" dafür werben, früher erworbene Erste-Hilfe-Kenntnisse aufzufrischen.

Angeleitet von der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Halbmondgesellschaften, führen seit dem Jahr 2000 Rot-Kreuz-Organisationen und Assoziierte in über 150 Ländern jeweils am zweiten Samstag im September einen Tag der Ersten Hilfe durch. Ziel ist, die Bedeutung fachgerechter Nothilfe bei Unfällen und Katastrophen im öffentlichen Bewusstsein zu verankern. 

Kontakt:

  • Für die AGR: Kurt Sutter, Präsident
    Zentralsekretär Schweizerischer Samariterbund, +41 (0)62 286 02 15, kurt.sutter@samariter.ch
  • Dr. med. Zeno Supersaxo: +41 (0)31 990 41 11
  • Peter Salzgeber: +41(0)31 634 84 44, peter.salzgeber@bern.ch

Weiterführende Links: 
Nothilfe konkret: http://www.123help.ch/index.html
Organisierender Samariterbund: http://www.samariter.ch/de/i/home.html 
IFRC World First Aid Day: http://www.ifrc.org/what/health/firstaid/wfad2005.asp

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