Schweizerischer Samariterbund
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Konkurrenz und Verbandsfrieden

 
Unter Samaritervereinen gilt das Territorialprinzip
 
Wer eine Veranstaltung plant, versucht den Sanitätsdienst kostengünstig zu organisieren und holt Konkurrenzofferten ein. Unter Samaritervereinen gilt aber eine geografische Arbeitsteilung.
 
Einerseits stehen Samariterinnen und Samariter Wochenende für Wochenende im Einsatz und die leisten jährlich mehr als 300'000 Einsatzstunden. Anderseits erhalten zum Teil andere Organisationen den Zuschlag, weil sie kostengünstiger offerieren.
 
Das kann u.a. dann passieren, wenn eine Rettungsorganisation mit Ambulanz am Veranstaltungsort postiert wird und den Sanitätsdienst mittels Patiententransporten teilfinanziert. Wie lange die Kranken- und Unfallversicherungen resp. Bewilligungsbehörden diese Methode noch akzeptieren, wird sich weisen. Für uns Samariter stellt sich immerhin die Frage, ob wir mithelfen wollen, Veranstaltungskosten auf Kranken- und Unfallversicherungen abzuwälzen, wenn wir bei solchen Sanitätsdiensten mitwirken. Ambulanzen gehören nur an den Veranstaltungsort, wenn die Risikoanalyse ergibt, dass es notwendig ist.
 
Abgesehen davon gilt das Prinzip, wonach Konkurrenz das Geschäft belebt – es sei denn, der Verbandsfrieden sei gefährdet. Deshalb enthalten die Statuten des SSB dazu wichtige Regeln:

  • Pro Kanton beziehungsweise zwei Halbkantone wird nur ein Kantonalverband aufgenommen (Art. 5, Ziff. 2)
  • Die Kantonalverbände sind verpflichtet, nur Samaritervereine aufzunehmen, deren Statuten u.a. vorsehen, dass der Verein "seine Tätigkeit ausser im Fall besonderer Abmachungen oder akuter Notlagen auf sein geografisches Einzugsgebiet" (das in den Vereinsstatuten definiert wird und somit der Genehmigung des Kantonalverbands bedarf) beschränkt und die Kantonalverbände dürfen die Aufnahme eines Samaritervereins ablehnen, wenn dieser "die Tätigkeit bestehender Vereine .... erschwert..." (Art. 7, Ziff. 1, lit. c und Ziff. 3).
 
Da Organisatoren von Veranstaltungen zum Teil nicht einsehen, dass der Sanitätsdienst einen bedeutsamen Budgetposten beansprucht, versuchen sie manchmal, die Offerte des lokalen Samaritervereins durch eine Offerte eines anderen Samaritervereins zu unterbieten – wodurch Samaritervereine gegeneinander ausgespielt werden. Das gefährdet den Verbandsfrieden.
 
In solchen Fällen ist es wichtig, dass betroffene Samaritervereine sofort miteinander Kontakt aufnehmen und sich absprechen. Falls es unterschiedliche Beurteilungen über die risikogerechte Besetzung des zu leistenden Sanitätsdienstes gibt, sollte der Kantonalverband eingeschaltet werden. Kein Samariterverein sollte auf dem Gebiet eines anderen Samaritervereins ohne Zustimmung des lokalen Samaritervereines oder wenigstens des Kantonalverbands Postendienst leisten.
 
Einsätze eines Samaritervereins auf dem Gebiet eines anderen Samaritervereins sind gerechtfertigt, wenn
  • der lokale Samariterverein damit einverstanden ist
  • die vom lokalen Samariterverein offerierte Besetzung des Sanitätspostens sowohl vom anderen Verein als auch vom Kantonalverband gestützt auf die Risikoanalyse (Maurer-Formel) als deutlich übertrieben beurteilt wird.
 
Ist die Offerte des lokalen Samaritervereins aber vertretbar, hat das Prinzip der territorialen Autonomie der Samaritervereine Vorrang.
Kurt Sutter

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