Schweizerischer Samariterbund
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Informations- und Einsatz-System (IES-KSD)


Wertvoller Informationsvorsprung

"Der Patient mit dem geeigneten Rettungsmittel rechtzeitig in der richtigen Klinik." Dieses vielschichtige Motto des Koordinierten Sanitätsdienstes (KSD) war die Grundlage, das IES zu verwirklichen.

Seit dem Sommer 2005 steht die vom Bund betriebene IT-Plattform IES-KSD den KSD-Partnern über einen geschützten Internetzugang operationell zur Verfügung und wird landesweit weiter entwickelt. In Erfüllung des genannten Mottos bietet das IES eine "umfassende sanitätsdienstliche Ressourcenübersicht und hilft dadurch Einsatzkräften und Rettungsdiensten, Patienten rasch in die ihren Verletzungen entsprechend richtigen Kliniken zu führen, in denen sie behandelt werden", sagte Rudolf Junker, Chef der Geschäftsstelle KSD in Ittigen.

"Die Spitäler erhalten durch das IES einen wertvollen Informationsvorsprung." Denn während sie früher oft erst von einem Grossereignis oder einer Katastrophe erfuhren, wenn die ersten Patienten bereits an der Pforte zur Notfallaufnahme eintrafen, können sie heute voralarmiert werden und durch Auslösen ihres spitalinternen Katastrophenplanes die Notfallaufnahmekapazität vorübergehend erweitern. Nur so können Patienten bereits in der ersten Stunde («golden hour») individualmedizinisch behandelt werden, um Folgeschäden und Langzeitfolgen (wie etwa Invalidität) zu eliminieren.

IES "Gesamtübersicht Schweiz"
In ausserordentlichen Grossereignissen (Verstrahlungslagen, Epidemien, Erdbeben, bewaffnete Konflikte), aber auch bei mittleren Ereignissen wie Automassenkarambolagen, können die eigenen Mittel schnell einmal ausgeschöpft sein und eine kantonsübergreifende oder gar schweizweite Zusammenarbeit wird unabdingbar. Die Zielsetzung des IES ist es, Einsatzkräfte, Führungsstäbe, Bundesstellen, kantonale Verwaltungen, Sanitätsnotrufzentralen (144), Rettungsdienste, Krankenhäuser, Notfallaufnahmestationen, Kantonspolizei, Armee und Drittorganisationen wie die Samaritervereine – kurz alle Partner des Koordinierten Sanitätsdienstes – bei der Bewältigung von Ereignissen rund um die Uhr zu unterstützen und zu vernetzen.

Das IES ist damit ein eigentliches interkantonales Informations- und Einsatz-System zur Führungsunterstützung und Entscheidfindung von Führungsverantwortlichen und Einsatzkräften. Es wurde während der Uefa Euro 2008 erstmals landesweit eingesetzt und es funktionierte während der gesamten Dauer der Uefa Euro 2008 tadellos.

Bei Grossereignissen, und ganz besonders, wenn daraus ein Massenanfall an Patienten resultieren würde, können die Akutspitäler respektive Notfallaufnahmestationen durch die zuständige Sanitätsnotrufzentrale 144 unter Anwendung des IES "innert Sekunden bedarfsgerecht aus verlässlicher Quelle über das Ereignis und erforderliche Hospitalisierungskapazitäten direkt informiert  oder voralarmiert werden", erklärt Junker den Prozessablauf im Echteinsatz. Die Koordination erfolgt in jedem Fall durch die zuständige Einsatzzentrale (SNZ 144).

Samariter im IES
Samariter in allen Landesteilen der Schweiz halten sich bereit, Opfern von Katastrophen zu helfen. Gestützt auf partnerschaftliche Leistungsverträge, unterstützen sie in Absprache mit den verantwortlichen Behörden die professionellen Einsatzkräfte des KSD. Dank dem IES sind sie nach vollständiger Einführung einfach und rasch alarmierbar und einsetzbar. Die angelaufene Integration der Samariter ins IES bezweckt:

  • Die Samaritervereine mitsamt den entsprechenden Kontaktpersonen und speziellen Ressourcen/Materialien abzubilden,
  • mit dem Abbilden von Alarmgruppen (Kantonalverband/Samaritervereine) die Alarmierung im SSB zu unterstützen,
  • wichtige Personen wie KSD-Verantwortliche der Kantonalverbände und Samaritervereine sowie die Zentralorganisation im IES zu finden,
  • das IES im Bereich "geplante Einsätze" und Kommunikation vom Zentralverband und von den Kantonalverbänden einzusetzen.


Zur vollständigen Umsetzung des IES im SSB bedarf es auf Seiten der Samariter noch erhebliche Anstrengungen. Denn in den lokalen Samaritervereinen und auf kantonaler Ebene müssen die konkreten Einsatzfelder abgesprochen werden. Von den 1'200 Samaritervereinen verfügen rund 200 über schriftliche Vereinbarungen mit Gemeinden oder Feuerwehren. Neun Kantonalverbände haben auf kantonaler Ebene einen Leistungsauftrag erhalten. Dazu besteht ein Leistungsauftrag des SSB mit dem Bund zur Unterstützung der Ausbildung von Erste-Hilfe-Kadern. Mit der Entwicklung einer Schnittstelle zwischen den Daten des SSB und dem IES wird dieses Jahr ein erster wichtiger Integrationsschritt abgeschlossen. Ausgewählte Daten der Samaritervereine (Adresse, Alarmverantwortliche, Material) werden automatisch an das IES weitergeleitet. Somit sind die Samariter im IES "sichtbar" und können für die Unterstützung bei der Bewältigung von Grossereignissen und planbaren Einsätzen angefragt werden.

Der Nutzen
Was bringt das IES den Samaritern? Erstens können die Zentralorganisation und die Kantonalverbände im IES auf die Informationen inklusive Ressourcensuche zugreifen. Zweitens können Einsatzkräfte, die Zentralorganisation und die Kantonalverbände mit definierten Kontaktpersonen der Samaritervereine (Alarmorganisation) per E-Mail, Fax, SMS und Pager kommunizieren. Und drittens können geplante Einsätze im IES abgebildet und geführt werden.

Dank dem IES werden schon in absehbarer Zukunft die sofortige Erreichbarkeit der Samariter und deren aktuell verfügbaren Mittel (Personal und Material) auf allen Stufen gewährleistet sein. Alle Kantone und auch alle anderen am IES angeschlossenen KSD-Partner bzw. Berechtigte erhalten so jederzeit einen aktuellen Gesamtüberblick der abrufbaren Samariter-Leistungen ihres gerade bei besonderen und ausserordentlichen Lagen äusserst wichtigen Partners. Für die Kantonalverbände und Samaritervereine wird es damit bedeutend leichter und sie werden dadurch noch zusätzlich motiviert sein, sich verstärkt einzubringen und ihre Behörden auf Möglichkeiten der Zusammenarbeit anzusprechen. Fazit: Der SSB erlangt dank dem IES schon bald eine eigene «Gesamtübersicht SSB» und er wird seine unabdingbar notwendigen Leistungen im Rahmen des KSD in Zukunft noch besser aufzeigen können. Damit hilft er nicht zuletzt auch mit, das übergeordnete Ziel des KSD: «Gewährleistung einer bestmöglichen sanitätsdienstlichen Versorgung aller Patienten in allen Lagen», gesamtschweizerisch optimieren zu können.
Dominik Senn

Partner
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