Schweizerischer Samariterbund
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Herbstkonferenz 2011 (1)

Verbandsvertreter im Banne der SSB-Finanzlücke

Das defizitäre Detailbudget 2012 und die mittelfristige Finanzierung der Zentralorganisation standen im Zentrum der Debatten der Herbstkonferenz. Diese ging am 12. November in Nottwil über die Bühne.

Die knappen finanziellen Ressourcen prägen zurzeit die Arbeit der Zentralorganisation. Dies zeigte bereits die Tatsache, dass die üblicherweise zweitägige Herbstkonferenz auf einen Tag verkürzt worden war. "Ein Entscheid, der vom Zentralvorstand schweren Herzens getroffen wurde," erklärte Zentralpräsidentin Monika Dusong zu Beginn. Letztlich sei auch dies ein Beitrag zum Ziel, die Finanzen ins Lot zu bringen.

Eine erste Diskussion entspannte sich um das Detailbudget 2012, das der Zentralvorstand und die Finanzkommission im Oktober mit einem Defizit von 523'000 Franken genehmigt hatten. Quästor Dieter Göldi betonte, dass das Budget bereits eine Verzichtsplanung beinhalte. Hauptursache für die massive Verschlechterung gegenüber dem von der AV genehmigten Rahmenbudget 2012 (Defizit von 161‘000 Franken) ist der (hoffentlich nur vorläufig) ausbleibende Beitrag des Bundes für den Koordinierten Sanitätsdienst in der Höhe von 355'000 Franken.

Namens der Zentralschweizer Kantonalpräsidenten stellte Priska Zemp (Unterwalden) den Antrag, das Budget abzulehnen. Sie verlangte vom SSB weitere Einsparungen in der Höhe von 300'000 Franken. Für eine Rückweisung plädierte auch Jean-Marc Guinchard, Präsident der Genfer Samariter. Jasminka Huber vom Zürcher Kantonalverband empfahl, keine kurzfristige Haurückübung vorzunehmen, und dem Budget zuzustimmen. Schliesslich nahm eine deutliche Mehrheit von 15 Verbänden das Budget zustimmend zur Kenntnis, sechs lehnten es ab und einer enthielt sich der Stimme.


Rückgang der Nothilfekurse als Ursache

Seit Herbst 2009 sucht der Zentralvorstand zusammen mit den Kantonalverbänden eine Lösung für die finanzielle Instabilität bei den Einnahmen der Zentralorganisation. Verantwortlich ist zur Hauptsache die stetig abnehmende Anzahl Teilnehmer in den Nothilfekursen. Die Samaritervereine beziehen jährlich 4000 Kursabgaben weniger. Dies ergibt pro Jahr tiefere Einnahmen von 160‘000 Franken.

Trotz vieler Sparmassnahmen ist dieser Minderertrag jetzt nicht mehr aufzufangen. Für die Zentralorganisation wird diese Einnahmenquelle zum Klumpenrisiko. Es gilt daher die Finanzierung neu auf mehrere Säulen zu verteilen. Sicher aber bleiben die Einnahmen aus den beliebten Bevölkerungskursen ein wichtiger, auf dem Engagement der Samaritervereine beruhender Faktor.


Finanzierung über Beiträge der Kantonalverbände

Bei ihren letzten Treffen hatten die Vertreter der Kantonalverbände sich klar dahin geäussert, dass ein Abbau der Dienstleistungen der Zentralorganisation nicht gewünscht wird. Auch konnten sie sich zur Finanzierung des SSB am ehesten eine neue Abgabe auf Firmenkursen vorstellen. Einige würden auch eine Abgabe auf Postendiensten akzeptieren, andere einen Grundbeitrag pro Samariterverein.

Daran erinnerte SSB-Vizepräsidentin Anita Tenhagen im Eintretensreferat zur Debatte über die künftige Finanzierung der Zentralorganisation. Der nun vom Zentralvorstand vorgelegte Entwurf versucht einerseits, auf die unterschiedlichen Gegebenheiten der Kantonalverbände Rücksicht zu nehmen und andererseits für eine stabile finanzielle Basis der Zentralorganisation zu sorgen.

Konkret basiert die neue Finanzierung auf Beiträgen der Kantonalverbände, solchen der Humanitären Stiftung SRK sowie auf allfälligen Beiträgen des Bundes. Diese neu einzuführenden Beiträge der Kantonalverbände würden anhand der Zahl der ständigen Wohnbevölkerung berechnet und sich auf 3 bis maximal 8 Rappen pro Einwohner belaufen. Die Höhe hängt eng mit dem Beitrag des Bundes  und mit der  Anzahl der verkauften NHK-Abgaben zusammen. Der Beitrag wird jeweils im Herbst für das übernächste Jahr festgelegt. 2013 wäre der Betrag auf 5.5 Rappen pro Einwohner festzulegen, was 420'000 Franken zur Finanzierung beitragen würde.

In der Diskussion befürchteten die Vertreter der grossen Stadtkantone eine Überbelastung. In den Regionen entlang des Genfersees und um Zürich würden viele Fremde (diplomatisches Personal, Fachleute von internationalen Unternehmen) mitgerechnet, die sich nicht integrieren wollten. Ihre Verbände verlangten zumindest nach einem Mischmodell, das neben Beiträgen pro Einwohner auch solche pro Samariterverein und eventuell Beiträge pro Kurs- und Technischer Leiter vorsieht.

Andere fanden das Modell mit den Verbandsbeiträgen sehr gut, weil es den Kantonalverbänden freie Hand lasse, wie sie für die zusätzliche Belastung aufkommen.

Die Kantonalverbände konnten sich der Argumentation des Zentralvorstands über die Notwendigkeit einer solchen Abgabe anschliessen. In einer Abstimmung bestätigten sie denn auch mit klarer Mehrheit ihren Willen, konstruktiv zu einer Lösung der Finanzierungsproblematik beizutragen.


Präsidentenkonferenz im März muss entscheiden

Zentralpräsidentin Monika Dusong versprach am Ende der Diskussion, dass der Zentralvorstand die vorgebrachten Bedenken in der definitiven Vorlage berücksichtigen werde. Sie gab aber auch der Erwartung Ausdruck, dass die Kantonalverbände sich an der Präsidentenkonferenz im März 2012 auf eine definitive Lösung einigen können. Denn, damit die neue Finanzierung auf Anfang 2013 in Kraft treten kann, muss sie von der Abgeordnetenversammlung im Juni 2012 gutgeheissen werden.


Herbstkonferenz 2011
1. Detailbudget, Finanzkonzept
2. Vom Kantonalverband zum Kleinunternehmen
3. eLearning bald auch im Nothilfekurs
4. Bilder

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