Schweizerischer Samariterbund
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Gefahr einer Vogelgrippe bleibt

 
Niemals Feuerwehr ohne Leiter
 
Der Tag wird kommen, an dem gemeldet wird, dass das H5N1-Virus von Mensch zu Mensch übertragbar geworden sei. Wenn es soweit ist, müssen wir Samariter bereit sein, die Bevölkerung zu schulen in der Pflege von Patienten mit einer ansteckenden Krankheit.
 
Sobald die Übertragung der H5N1-Virus von Mensch zu Mensch möglich wird, dürfte es nur noch Monate dauern, bis eine gefährliche Grippe-Pandemie unser Land erreicht. Ganz plötzlich werden Behörden und Bevölkerung feststellen, dass bei uns kaum noch jemand weiss, wie man einen Patienten mit ansteckender Krankheit pflegt, ohne sich selbst anzustecken – und dass man das nicht einfach lernen kann, indem
man ein Merkblatt liest.
 
Herausforderung und Chance
 
Falls es dann eine Grippe-Pandemie gibt wie anno 1918, würde das bedeuten, dass wir innerhalb von 3 Monaten mit einer Million Patienten zu rechnen hätten, die fast alle bei sich zu Hause gepflegt und betreut werden müssten. Hunderttausende müssen dann Angehörige und Nachbarn pflegen können, ohne sich selbst anzustecken.
 
Wer ist in der Lage, in diesem Ausmass landesweit einen Kurs anzubieten über die Pflege von Patienten mit einer ansteckenden Krankheit? Wir Samariter erreichen mit unseren Ersthilfekursen jährlich etwa 90'000 Personen – aber für die Schulung der Bevölkerung in häuslicher Pflege werden nur 3 – 6 Monate zur Verfügung stehen.
 
Es werden also alle mithelfen müssen, wir Samariter, die Kursleiterinnen des SRK, Spitex-Fachleute usw.
 
Rein quantitativ werden wir Samariter aber dank unserer 2'500 Kursleiter/innen SSB aber eine zentrale Rolle spielen können und müssen – es wird unsere Bewährungsprobe werden – aber auch unsere Chance!
 
Wir werden temporär keine Zeit mehr haben für Ersthilfekurse, werden Monats-Trainings absagen und alle unsere Energie in die Vermittlung des Pflegekurses stecken, denn der Ansturm verunsicherter Leute wird gross sein.
 
Wir bereiten uns vor
 
Bis Ende Juli dieses Jahres stehen im Zentralsekretariat die Unterlagen für einen sechsstündigen Kurs über die Pflege bei ansteckender Krankheit in allen Landessprachen bereit. Bis im Oktober werden mindestens 25 Kursleiterinnen des SRK vorbereitet darauf, unsere Kursleiter/innen SSB mit dem Kurs und dessen Erteilung vertraut zu machen.
 
Die Einführung in den Kurs erfolgt also nicht via Instruktoren der Kantonalverbände, sondern mit Unterstützung der Pflegefachfrauen des SRK.
 
Die Kurserarbeitung und die Einführung der Kursleiterinnen SRK sind fest geplant und die Finanzierung dieser Massnahmen ist gesichert.
 
Klärung des Vorgehens
 
Bis Mitte Jahr wird sich klären, ob und wie die Einführung unserer 2'500 Kursleiterinnen SSB in den neuen Pflegekurs finanziert werden kann. Auf nationaler Ebene sind zwei Finanzierungsgesuche pendent, ausserdem wurden die Kantonalverbände des SRK und des SSB eingeladen, sich in einer gemeinsamen Eingabe an ihre Gesundheitsbehörden zu wenden.
 
Die Gefahr einer Pandemie erinnert uns daran, dass häusliche Pflege jahrzehntelang ein wichtiges Samariter-Thema war.
 
Es darf nicht sein, dass wir, wenn es darauf ankommt dastehen wie eine Feuerwehr ohne Leiter. Deshalb gilt: Alle Kursleiter/innen SSB an Bord, wenn die Einführung in die Kurserteilung – hoffentlich ab November dieses Jahres – finanziell gesichert ist und umgesetzt werden kann.
Kurt Sutter, Zentralsekretär SSB

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