Schweizerischer Samariterbund
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Gefährliche oder giftige Tiere – Symptome und Massnahmen

Bienen-, Wespen-, Hornissen- und Hummelstiche

Einzelne Stiche dieser Insekten lösen bei Nichtallergikern lediglich eine lokale Haut­reaktion aus und bedürfen keiner weiteren Therapie. Bei mehr als einem Stich pro Kilogramm Körpergewicht kann es aber zu einer Vergiftung mit Blutdruckveränderungen, Erbrechen, Durchfall, Kopfschmerzen sowie Nieren- und Leberschäden kommen.

Symptome

  • Rötung und Schwellung
  • Schmerzen an Stichstelle bei mehr als 1 Stich pro Kilogramm Körpergewicht:
  • Erbrechen, Durchfall, Kopfschmerzen
  • Blutdruckabfall (Schwarzwerden vor Augen, Schwindel)
  • Komplikation: Nieren- und Leberschäden

Erste Massnahmen

  • Kühlen Sie die Stichstelle/-n
  • bei Bienen: entfernen Sie vorsichtig den Stachel
  • bei mehr als 1 Stich/kg, Blutdruckabfall: Alarmieren Sie die Sanität 144


Zeckenbiss

In der Schweiz überträgt die Zecke (Holzbock) hauptsächlich zwei verschiedene Krankheitserreger auf den Menschen. Zum einen ist dies das Bakterium Borrelia burg­dorferi, zum anderen das Virus Frühsommer­Meningoenzephalitis (FSME). Eine Infektion mit Borrelia burgdorferi kann zur Lyme-Borreliose führen (synonym: Lyme-Krankheit oder kurz Borreliose). Die Lyme-Borreliose ist eine Erkrankung, die mehrere Organe befallen kann (Haut, Gelenke, Nerven, Hirnhaut, Rückenmark, Gehirn, Herz, Augen). Das FSME-Virus kann zur Frühsommer-Meningoenzephalitis oder kurz Zeckenenzephalitis (Enzephalitis = Gehirnentzündung) führen.

Symptome

  • Rötung und Schwellung, Schmerzen
  • oft ringförmige Grössenzunahme der Haut­rötung
  • später zusätzlich grippale Symptome, Glieder-, Gelenk- und Muskelschmerzen

Erste Massnahmen

  • Suchen Sie nach jedem Aufenthalt im Wald oder hohem Gras Ihren Körper nach Zeckenbissstellen ab, v. a. beugeseitig an Gelenken (Kniekehlen, Achseln) oder unter Rändern von Kleidern
  • Entfernen Sie den Fremdkörper mit einer Pinzette und desinfizieren Sie anschliessend die Hautstelle
  • bei sich vergrössernder Rötung: Kontaktieren Sie Ihren Hautarzt noch am selben Tag

Schlangen

Die Angst vor Schlangen ist nicht ganz unbegründet, jedoch sind giftige Schlangenbisse insgesamt recht selten. Wer Ferien in abgelegenen Dschungel- oder Wüstengebieten plant, sollte sich allerdings über das Vorkommen gefährlicher Schlangen informieren.

In der Schweiz gibt es acht einheimische Schlangenarten, davon sechs ungiftige Nattern und zwei Giftschlangen, die Aspisviper und die Kreuzotter. Optisch können giftige Schlangen kaum von ungiftigen abgegrenzt werden. Ein recht zuverlässiges Unterscheidungsmerkmal sind aber die unterschiedlichen Bissmarken. Während ungiftige Schlangen gar keine oder einen ganzen Ring von Zahnabdrücken hinterlassen, sind es bei Giftschlangen immer 1–2 punktförmige Bissmarken mit einem Abstand von ca. einem Zentimeter.

Symptome eines Giftschlangenbisses

  • Schmerzen an Bissstelle
  • Schwellung
  • Übelkeit, Erbrechen, Müdigkeit
  • Blutdruckabfall (Schwarzwerden vor Augen, Schwindel) bis zu Schockzustand
  • Blutgerinnungsstörungen

Erste Massnahmen

  • Stellen Sie betroffene Körperteile ruhig
  • Desinfizieren Sie die Bissstelle
  • Entfernen Sie Schmuck an einer betroffenen Extremität (ACHTUNG: Schwellung)
  • Meiden Sie jede körperliche Anstrengung
  • Gehen Sie umgehend in ein Spital
  • KEIN Abbinden, Aussaugen oder Ausschneiden der Bissstelle

Quallen

Quallen gehören zu den Nesseltieren und sind in fast allen Meeren vertreten. Das Gift in ihren Nesselzellen kann zu Verätzungen an der Haut führen. Als tödlich gilt das Gift der Würfelqualle in der Umgebung Australiens. Dort ist an den meisten Stränden Essigwasser als Erste-Hilfe-Massnahme verfügbar, zudem gibt es ein spezielles Antiserum. Kommt man mit den Tentakeln einer Qualle in Berührung, stossen diese winzig kleine Borstacheln aus, die sich in die Haut haken und Gift freisetzen.

Erste Massnahmen

  • Gehen Sie ruhig aus dem Wasser, um nicht nochmals gestochen zu werden
  • Entfernen Sie die Tentakel mit einem flachen Gegenstand
  • Spülen Sie die Haut auf keinen Fall mit Süsswasser! Dadurch könnten noch mehr Giftzellen aufplatzen. Benutzen Sie hingegen Meerwasser, feuchten Sand oder Essig, um die Stichwunden zu reinigen
  • bei Schwindel, Übelkeit, Atemnot oder Herzrasen: Kontaktieren Sie einen Arzt

Seeigel

Seeigel sind für Badende zu Recht der Ferienfeind Nummer eins. Seeigelstacheln durchdringen nicht nur leicht die Haut – sie brechen meistens auch ab und ihre Spitzen bleiben stecken. Grundsätzlich ist jede Person gefährdet, die im Flachwasser barfuss über Felsgestein oder Riffdächer läuft, denn hier sind die Tiere besonders leicht zu übersehen. Am liebsten verstecken sie sich zwischen Spalten oder in kleinen Mulden. Dann ragen oft nur die langen Stacheln hervor. Gefährdet sind aber auch Badende, die bei der Schwimmbewegung einen Seeigel berühren oder auf einen treten, wenn sie Halt suchen.

Erste Massnahmen

  • Entfernen Sie die dickeren Stacheln mit einer Pinzette oder mit einem Plaster, das Sie danach ruckartig abziehen
  • Desinfizieren Sie die Wunde
  • bei einer Schwellung der Stichstelle, Schwindel oder Atemnot: Alarmieren Sie die örtliche Notrufnummer oder kontaktieren Sie einen Arzt
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