Schweizerischer Samariterbund
Schweizerischer Samariterbund
Martin-Disteli-Strasse 27
4601 Olten
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Das Gebäude des Schweizerischen Samariterbundes


Das im Jahr 1938 fertiggestellte Gebäude des Schweizerischen Samariterbundes (SSB) an der Martin-Disteli-Strasse 27 in Olten ist ein bemerkenswerter Zeuge der Vorkriegsarchitektur. Im Jahr 2000 erhielt das Haus einen neuen Ausbau aus Glas und Metall. Rund zwölf Jahre später, rechtzeitig zum 125-Jahr-Jubiläum, wurden notwendige Renovationsarbeiten durchgeführt.

"Das freistehende Wohn- und Geschäftshaus des Schweizerischen Samariterbundes ist ein Höhepunkt des Neuen Bauens in Olten und überzeugt durch den kubischen Aufbau und die klare Fassadengliederung." So steht es im Führer zur Oltner Architektur der zwanziger und dreissiger Jahre. Entworfen hatten das 1938 fertig gestellte Samariterhaus die beiden Architekten Hermann Frey und Ernst Schindler. Die beiden hatten in Olten schon in den Jahren zuvor mit der Erweiterung des Frohheim-Schulhauses und dem Neubau der Badeanstalt wichtige Projekte realisieren können.

Ursprünglich erstreckten sich die Sekretariatsräumlichkeiten einzig auf das Erdgeschoss des Samariter-Gebäudes. Darüber wurden drei grosszügige Vierzimmerwohnungen errichtet. Zuoberst war Platz für die Waschküche und eine grosse Dachterrasse. Das damals ungewöhnliche Flachdach und die modernen klaren Linien stiessen zu jener Zeit im Zentralvorstand des SSB nicht nur auf Zustimmung.

Fast 40 Jahre lang genügte das Gebäude den Bedürfnissen der wachsenden Organisation. Mitte der siebziger Jahre musste schliesslich doch zusätzlicher Raum geschaffen werden. Auf dem engen Grundstück des SSB liess sich dies 1975 nur durch einen Anbau verwirklichen. Dadurch wurden die Proportionen und das räumlich-gestalterische Konzept des ursprünglichen Gebäudes natürlich beeinträchtigt, stellte der eingangs erwähnte Oltner Architekturführer bedauernd fest. Der neue Nordflügel wurde damals vom Architekten Hans Georg Frey, Olten, über den beiden ursprünglichen Garagen errichtet. Kennzeichen dieses ersten vierstöckigen Anbaus waren die Leichtmetallfassaden auf der Ost- und der Nord-Seite.

Sanierung und Erweiterung des Anbaus

Die Isolation des Anbaus genügte den gewachsenen Anforderungen des haushälterischen Umgangs mit der Heizenergie immer weniger. Auch benötigte der Samariterbund dringend zusätzliche Arbeitsplätze und ein grösseres Sitzungszimmer. So entschied sich der SSB-Zentralvorstand im Frühjahr 2000 für ein Projekt des Architekturbüros Schibli, Olten, zur Erweiterung und Sanierung des Anbaus. In der Zeit vom August 2000 bis März 2001 erfuhr der Nordflügel deshalb eine grundlegende Erneuerung.

Der neue Anbau wirkt sehr modern, Alu und Glas dominieren. Architekt Peter Schibli achtete darauf, das Profil schmal zu halten. Dies wurde durch den Einsatz von Metall und Glas möglich. Sehr wichtig waren auch energietechnische Überlegungen. Bemerkenswert ist die doppelte Fassade. Vor den Fenstern befindet sich eine zweite Glasfront. Die Luft zwischen diesen zwei Fassaden wirkt isolierend. Ein Vorteil der Doppel-Fassade ist, dass bei starken Regengüssen oder Winden das Fenster offen gelassen werden kann.

Im zweiten bis vierten Stock des Anbaus sind so grosszügige Büroräume mit jeweils fünf bis sechs Arbeitsplätzen entstanden. Das Sitzungszimmer im ersten Stock ist durch einen neuen Zugang besser erreichbar und hat mit 67 Quadratmetern seine Fläche beinahe verdoppelt. Im Parterre gibt es nun Platz für einen grosszügigen Warteraum, einen Aufenthaltsraum für die Mitarbeiter und zusätzliche WC-Anlagen. Die beiden Garagen, die zuletzt als Lagerraum gedient hatten, beherbergen nun den Grosskopierer und das Postbüro.

Rollstuhlgängiges und freundliches Entrée

Im Jahr 2011 wurden weitere Renovationsarbeiten am Altbau fällig. Die Leitung der Renovierung wurde Thomas Brocker, Architekt und Mitglied des Zentralvorstandes, übertragen. Nach einer sechsmonatigen Renovationsdauer zügelten Ende Januar 2012 die betroffenen Mitarbeitenden zurück in ihre Büros.

Der Eingangsbereich wurde komplett neu geplant. Der Empfang ist grosszügig gestaltet und erhält durch die vielen Fenster viel Licht. Die Besucher finden sich in freundlichem Ambiente wieder. Der bestehende Lift wurde vergrössert und führt neu bis in den 4. Stock. Damit ist das Gebäude seit der Renovierung vollumfänglich mit dem Rollstuhl zugänglich. Im Erdgeschoss ist eine Küche samt Aufenthaltsraum eingerichtet, auf den anderen Stockwerken befinden sich Begegnungszonen. Neu hat es auf jedem Stock separate Damen- und Herrentoiletten, im Erdgeschoss eine behindertengerechte Toilette.

Auch bei der Heizung geht man andere Wege. Neu wird mit Gas geheizt. Da die neue Anlage weniger Platz in Anspruch nimmt, steht im Keller mehr Raum für das Lager und Archiv zur Verfügung.

  • Der Architekt Thomas Brocker verrät in der Rubrik "Drei Fragen" mehr zu den Herausforderungen des Umbaus 2011/2012.

Eugen Kiener, SSB
Petra Zenhäusern, SSB

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