Schweizerischer Samariterbund
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Erste Hilfe Massnahmen

Mit den richtigen Präventionsmassnahmen können also viele Verletzungen und Unfälle vermieden werden. Passiert dennoch etwas, gilt es, rasch und richtig zu handeln.

Generell gilt: Bewahren Sie Ruhe und alarmieren Sie bei Bedarf über die Nummer 144 die Rettungssanität für alle medizinischen Notfälle.

Offene Wunden

Blutet eine Wunde gleichmässig und stark, hat die verletzte Person Schmerzen oder leidet an einem Blutdruckabfall (Schwarzwerden vor Augen, Schwindel), gelten folgende erste Massnahmen:

  • Drücken Sie an der blutenden Stelle direkt auf das Gewebe (z.B. mit Druckverband).
  • Lagern Sie den verletzten Körperteil hoch.
  • Verbinden Sie die Wunde steril (z.B. mit Pflaster, Verband).
  • Bei einer nicht stillbaren Blutung oder pulsierender Blutung kontaktieren Sie Ihren Hausarzt sofort. Starke Blutungen gehören in ärztliche Behandlung.
  • Bei Blutdruckabfall: Legen Sie die verletzte Person flach hin und lagern Sie ihre Beine hoch.

Verstauchungen und Knochenbrüche

Bei Verstauchungen wenden Sie das PECH-­Schema an. Jeder Buchstabe steht dabei für eine der vier Massnahmen.

  • P wie Pause, jede Bewegung vermeiden. Die betroffene Körperregion ruhigstellen.
  • E wie Eis, sofort kühlen. Eis verringert eine Schwellung und trägt zur Schmerzstillung bei. Bei der Anwendung von Kältepackungen oder Eisbeuteln direkten Hautkontakt vermeiden.
  • C wie Compression. Auf die betroffene Körperregion wird mit einem Kompressionsverband Druck erzeugt. Dadurch kann das Anschwellen der verletzten Stelle etwas gemindert werden. Durchblutung, Sensibilität und Motorik regelmässig überprüfen.
  • H wie hochlagern. Die betroffene Körperregion hochlagern. Dadurch wird die Blutzufuhr verringert und Flüssigkeit, die in das umliegende Gewebe ausgetreten ist, kann leichter wieder abtransportiert werden. Damit können Schmerzen und die Schwellung etwas gemildert werden. Arztbesuch, wenn keine Besserung eintritt.

Bei einem Knochenbruch gilt folgendes Vorgehen:

  • Fordern Sie die betroffene Person auf, den verletzten Körperteil selbst mit der Hand ruhigzustellen, oder verhindern Sie mithilfe von Kissen oder Kleidungsstücken unnötige Bewegungen. Durch das Ruhigstellen der Verletzung können Schmerzen gelindert und weitere Schäden vermieden werden.
  • Wenn der verletzte Bereich deutlich verformt oder sehr schmerzhaft ist und die eigenständige Fortbewegung verhindert, rufen Sie die Notrufnummer 144 an oder beauftragen Sie eine andere Person damit.
  • Sorgen Sie dafür, dass der verletzte Körperteil bis zum Eintreffen von Hilfe ruhiggestellt bleibt.

Stromschlag

Elektrischer Strom kann für einen Menschen lebensgefährlich sein. Schon geringer Stromfluss birgt die Gefahr von Muskelverkrampfungen, die das Loslassen des elektrischen Leiters unmöglich machen. Symptome eines Stromschlages sind:

  • Gefühlsstörungen
  • Verkrampfung der Muskulatur
  • Atembeschwerden bis Atemstillstand
  • Herzrhythmusstörungen
  • Bewusstlosigkeit
  • Herzkreislaufstillstand


Erste Massnahmen sind:

  • Alarmieren Sie die Sanität 144.
  • Achtung Eigenschutz: Schalten Sie als Erstes die Stromquelle ab (Ste­cker ziehen).
  • Entfernen Sie den Stromleiter mit einem nicht leitenden Gegenstand (z. B. einen Besenstiel aus Holz).
  • Bei Bewusstlosigkeit mit normaler Atmung: Bringen Sie die betroffene Person in eine stabile Seitenlage.
  • Bei Bewusstlosigkeit ohne normale Atmung: Wenden Sie die Herzdruckmassage an.

Vergiftung und Verätzung

Besteht der Verdacht auf eine Vergiftung oder ist die betroffene Person in Kontakt mit ätzenden Substanzen gekommen, gehen Sie wie folgt vor:

  • Halten Sie fest, was wann und in welcher Menge eingenommen wurde. Die Rettungsdienste benötigen diese Informationen.
  • Kontaktieren Sie das Tox-Zentrum unter der 24-Stunden-Notfallnummer 145. Wenn die betroffene Person bewusstlos wird, auffälliges Verhalten zeigt oder an Atemnot leidet, setzen Sie unter 144 einen Notruf ab.
  • Solange das Tox-Zentrum keine anderslautenden Anweisungen erteilt, dürfen Sie auf keinen Fall das Erbrechen herbeiführen und der betroffenen Person keine Getränke verabreichen.

Augenverletzungen

Scharfe Gegenstände können zu einer offenen Verletzung (Perforation) des Augapfels mit schwerwiegenden Folgen und Erblindungsgefahr führen. Symptome für eine offene Augenverletzung sind:

  • Augenschmerzen
  • Fremdkörpergefühl
  • Sehverschlechterung

Eine offene Augenverletzung ist immer ein medizinischer Notfall und bedarf meistens einer Operation in einer Augenklinik. Kontaktieren Sie sofort Ihren Augenarzt.

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