Schweizerischer Samariterbund
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Erbrechen beim Kind

Allgemeines und Ursachen

Erbrechen kommt bei Kindern in jedem Alter häufig vor. Nicht jedes Erbrechen bedeutet gleich eine Krankheit. Zum Beispiel geben fast alle Säuglinge manchmal eine kleine Menge Nahrung heraus. Dies hängt in der Regel damit zusammen, dass der Säugling ein wenig zu viel gegessen hat und deshalb den Überschuss wieder heraufwürgt. Ausserdem ist der Muskel, der die Speiseröhre zum Magen hin abschliesst, noch nicht so straff wie bei älteren Kindern und Erwachsenen.

Beim Erbrechen sind viele Nerven und Muskeln beteiligt. Es wird durch das Brechzentrum im Gehirn ausgelöst. Das kindliche Gehirn ist noch nicht voll ausgereift, deshalb ist auch das Brechzentrum leicht irritierbar. Erbrechen kann also harmlos, aber auch ein wichtiger Krankheitszeichen für eine ernstere Erkrankung sein. Deshalb ist es wichtig auf Begleiterscheinungen zu achten. Das Erbrechen kann Ausdruck einer Erkrankung des Magens, des Gehirns oder einer Vergiftung sein. Im Kleinkindesalter kann Erbrechen auch als Begleitsymptom bei anderen Erkrankungen, z.B. Halsentzündung, auftreten. Wiederholtes Erbrechen kann für den ganzen Körper zum Problem werden: die Austrocknung des Körpers kann lebensbedrohlich werden. Je kleiner die Kinder sind, umso gefährlicher ist also das Erbrechen.

Symptome

Die Art und Weise, wie das Kind erbricht ist aufschlussreich für die Ursache des Erbrechens:

  • Bei gut gedeihenden und ansonsten gesunden Kindern liegt dem Erbrechen einer kleineren Menge Nahrung kurz nach der Mahlzeit in der Regel keine Krankheit zu Grunde.
  • Das Erbrechen im Schwall ist die häufigste Form und bezeichnet das Erbrechen mit hohem Druck und grossen Mengen. Sie kommt z.B. bei einem Brechdurchfall vor.

Die Eigenschaften des Erbrochenen geben Aufschluss auf die zu Grunde liegende Ursache. Zu achten ist auf das Aussehen, die Konsistenz und den Geruch des Erbrochenen.
Zu achten ist auch auf Begleitsymptome, wie zum Beispiel Fieber, Bauchschmerzen, Durchfall, Kopfschmerzen, Veränderungen des Verhaltens und der Wahrnehmung.

Erste Hilfe

  • Kind beruhigen
  • Zähne putzen oder den Mund ausspülen lassen, um den schlechten Geschmack im Mund zu neutralisieren
  • Säuglinge weiter stillen, eventuell kleinere Portionen verabreichen
  • Löffelweise zu trinken geben, auf genügend Flüssigkeitszufuhr achten, vorzugsweise eine Drittelslösung oder kohlensäurefreie Cola. Fruchtsäfte und Milch meiden.
  • Keine Nahrung verabreichen, solange das Kind erbricht. Empfohlen ist eine 6-stündige Nahrungspause, danach den Kostaufbau mit Nahrungsmitteln wie Karotten, geriebenem Apfel, Banane, Reis, Kartoffel, Zwieback, Salzstangen weiterführen oder entsprechend den Bedürfnissen des Kindes.
  • Bestimmte Teesorten wirken beruhigend auf den Magen: z.B. Pfefferminze, Kamille, Gänsefingerkraut.

Zum Arzt gehen, wenn

  • Sich die Symptome verstärken, bzw. neue hinzukommen
  • Das Kind sich nach einem Sturz oder Unfall erbricht
  • Zusätzlich Fieber oder Durchfall auftreten
  • Das Kind nach 6 Stunden immer wieder erbricht
  • Das Kind zunehmend schläfrig, apathisch wird oder eine Veränderung des Verhaltens zeigt
  • Das Kind über starke Bauchschmerzen klagt
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