Schweizerischer Samariterbund
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Das Jubiläumsbuch - Der SSB von 1963 bis 2013

Die Samariter auf dem Weg ins 21. Jahrhundert

Pünktlich zum Auftakt des Jubiläumsjahres liegt es vor, das Jubiläumsbuch über die Geschichte des Schweizerischen Samariterbundes vom Jahr 1963 bis zum Jubiläumsjahr 2013. Das Werk bildet die Fortsetzung zu den beiden ersten Jubiläumsbänden aus den Jahren 1939 und 1963, welche die Anfänge der Samariterorganisation beleuchteten.

Als Kurt Sutter, Zentralsekretär im «Ruhestand», vor gut einem Jahr die Arbeit am Jubiläumsbuch aufnahm, war nicht nur der Abgabetermin von Ende 2012 bestimmt. Auch Format (A5 quer), Umfang (75 bis 100 Seiten) und Dreisprachigkeit des Jubiläumsbuches waren vorgegeben.


Fragen an Kurt Sutter zum Jubiläumsbuch

«samariter»: Welches waren die wichtigsten Ereignisse in den letzten 50 Samariterjahren?
Kurt Sutter: Die Einführung des Nothilfekurs-Obligatoriums für angehende Autofahrer war für alle Ebenen der Samariterorganisation zweifellos entscheidend. Wichtig war auch das Angebot von Zielgruppenkursen.

Wie zeigte sich der Wertewandel, der die Gesellschaft in den letzten 50 Jahren stark veränderte, bei den Samaritern?
Früher erwartete man von den einzelnen Samariterinnen und Samaritern eine grosse Opferbereitschaft zu Gunsten des Vereins. Heute ist es mehr ein Geben und Nehmen, etwa nach dem Prinzip: Ich gebe dem Samariterverein einen Teil meiner Zeit und erhalte dafür zusätzliche Fähigkeiten und Anerkennung. Am  deutlichsten wird dies sichtbar in den halbprofessionellen Strukturen bei den Firmenkursen.
Eindrücklich ist der Vormarsch der Frauen: Heute dominieren sie alle Gremien der Organisation. 1963 dagegen durften sie noch nicht einmal Instruktorin werden. Die starke Abhängigkeit vom Nothilfekurs wurde für den SSB zum Problem, als auch kommerzielle Anbieter diesen Markt entdeckten.
Eine ähnliche Entwicklung ergab sich bei den Postendiensten, wo sich die Samaritervereine ebenfalls vermehrt mit Konkurrenz konfrontiert sahen. Manche Vereine wichen auf die Firmenkurse aus. Letztere verzeichneten in den letzten Jahren ein massives Wachstum.
Als schwieriges Thema erwies sich der Bereich «Krankenpflege». Hier ergriff die Zentralorganisation immer wieder Initiativen, die aber von der Basis kaum mitgetragen wurden.

Ein Kind der sechziger Jahre ist die Help-Samariterjugend. Wie kam es zum Erfolg der Jugendarbeit?
Zunächst ist mir eine Parallele aufgefallen: Um 1888 entstanden aus den ersten Samariterkursen die ersten Samaritervereine; 80 Jahre später führten die neuen Nothilfekurse zur Gründung der ersten Helpgruppen.
Eindrücklich ist, wie konsequent die Zentralorganisation sich für die Jugendarbeit stark machte. Obwohl die Help-Samariterjugend in den ersten Jahrzehnten nur ein sehr langsames Wachstum verzeichnete, wurde sie mit grossem Durchhaltewillen unterstützt.

Warum kommen im Jubiläumsbuch kaum Personen vor?
Tatsächlich orientiert sich der Text an den Fakten. Im SSB hatte nie nur eine Person das Sagen. Eine Übersicht über die Mitglieder des Zentralvorstands usw. findet sich im Anhang des Buches.

Was hat Sie bei der Arbeit überrascht?
Nicht bewusst war mir, dass die Schulung der Vereinsvorstände im SSB seit den sechziger Jahren ein Thema war. Auch die Erste Hilfe im Sport war schon in den Neunzigern ein Thema.
Wie ein roter Faden zieht sich die Klage über die mangelnde Vorbereitung der Kandidaten für die Kaderausbildung durch die Akten.  Die Suche nach Vorstandsmitgliedern gestaltete sich immer schon schwierig und auch die «Überalterung» wurde schon vor 40 Jahren diskutiert.
Hätte ich Zeit gehabt, diese Unterlagen vor meinem Amtsantritt als Zentralsekretär zu studieren, hätten die Erkenntnisse aus früheren Jahren meine Arbeit ab und zu erleichtert. Oft durfte ich bei meinen Recherchen lachen. Etwa über Comics und Witze in alten Ausgaben der Verbandszeitschrift; auch die einstigen «Zehn Gebote für Samariter» oder die Texte von Samariterliedern bringen uns heute zum Schmunzeln.

Eugen Kiener, SSB

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