Schweizerischer Samariterbund
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Beurteilung des Kindes

Allgemeines

Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Bei ihnen stellen sich bei Krankheiten oder Unfällen besondere Anforderungen an die Beurteilung, Behandlung und die Betreuung.

Bei der Beurteilung eines Kindes ist vor allem der Allgemeinzustand wichtig. Wenn es eine gesunde Gesichtsfarbe und einen wachen Blick aufweist, wenn es gut trinkt, wenn es weiterspielt, ist kaum anzunehmen, dass es an einer ernsthaften akuten Erkrankung leidet.

Um Zeichen einer Krankheit zu erkennen, ist es wichtig, das Kind in gesundem wie auch in krankem Zustand zu beobachten.

Beobachten heisst:

Die folgenden äusserlichen Zeichen können ein Hinweis auf eine Krankheit sein:

  • Ungewohntes Weinen
  • Fieber
  • Bauchschmerzen
  • Appetitlosigkeit
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Husten, Schnupfen
  • Hautausschlag
  • Ungewöhnliches Verhalten

Besonderheiten beim Kind

Grösse
Der Wasseranteil bei Säuglingen und Kleinkindern liegt mit etwa 75 Prozent des Körpergewichtes am höchsten. Da Kinder im Verhältnis zu ihrem Gewicht eine grössere Körperoberfläche als Erwachsene haben, verdunsten sie dadurch allein über die Haut verhältnismässig mehr Flüssigkeit.
Proportionen
Im Vergleich zum Körper ist der Kopf eines Babys sehr gross und schwer. Sein Gehirn macht 13 Prozent der ganzen Person aus. Beim Erwachsenen sind es zwei Prozent.
Atmung
Säuglinge bis 4 Monate sind Nasenatmer d.h. sie atmen ausschliesslich durch die Nase. Kinder haben weniger Atemreserven, daher führt eine ungenügende Atmung rasch zum Sauerstoffmangel. Die Kinder haben enge Atemwege. Wenn eine Schwellung entsteht z.B. durch Allergien, Fremdkörper, Infektionen ist das Risiko des lebensbedrohlichen Atemwegverschlusses viel grösser als bei Erwachsenen.
Kreislauf
Die Atem- und Herzfrequenz ist im Vergleich zum Erwachsenen zwei- bis dreimal höher. Kinder leiden in der Regel nicht unter Kreislauferkrankungen. Bei ihnen steht die Atemproblematik im Vordergrund.

Folgende Punkte sind bei Kindern speziell zu beachten:

  • Eine auffällige Veränderung des Verhaltens, besonders Teilnahmslosigkeit (Apathie) bei Kleinkindern ist ein Alarmzeichen.
  • Kleinkinder können nur bedingt Schmerzen lokalisieren.
  • Die Kinder haben Mühe, die Temperatur zu regeln, deswegen haben sie ein höheres Risiko, unter Unterkühlung oder Hitzeerkrankungen zu leiden.
  • Rascher Temperaturanstieg oder hohes Fieber kann bei Kleinkindern Fieberkrämpfe verursachen.
  • Fieber bei einem Säugling unter 6 Monaten kann Hinweis auf eine ernsthafte Erkrankung sein.
  • Bei Durchfall, Erbrechen und/oder Fieber besteht die Gefahr von schnellem Wasserverlust und Austrocknung des kleinen Körpers.

Temperaturregulation

Die biologische Temperaturregulation funktioniert wesentlich über die Gesichtsund Kopfhaut. Um zu erkennen, ob das Kind ausreichend warm angezogen und zugedeckt ist, kann man es vorsichtig am Nacken oder zwischen den Schulterblättern berühren. Die Haut soll warm sein, aber nicht schwitzen.
Bekleidung und Schuhe müssen stets auf die Umgebung abgestimmt werden. Die Bequemlichkeit und die Beweglichkeit müssen stets im Vordergrund stehen. Seine Bekleidungsbedürfnisse hängen auch davon ab, wie stark es sich bewegt. Das Kind soll auch im Schlaf nicht schwitzen. Deshalb ist eine leichte Decke meist genügend.
Frischluft ist gut für das Kind. Regelmässiges kurzes Lüften sichert die Frischluftzufuhr. Es ist zu berücksichtigen, dass das Kind sich oft am Boden aufhält und daher vermehrt der Zugluft ausgesetzt ist.

Erste Hilfe

Allgemeine Massnahmen bei erkrankten Kindern

  • Zuwendung ist besonders wichtig, da Kinder nicht verstehen, was mit ihnen geschieht.
  • Beruhigen
  • Bei Fieber über 39 °C oder bei Fieber mit Unwohlsein des Kindes wird empfohlen, die Temperatur zu senken.
  • Fieber bei Säuglingen unter 6 Monaten erfordert immer eine Kontaktaufnahme mit dem Kinderarzt.
  • Bei Krankheiten rechtzeitig einen Arzt aufsuchen, besonders wenn das Fieber nicht gesenkt werden kann, wenn eine Vielzahl von stecknadelkopfgrossen Blutungen aus den kleinsten Blutgefässen in die Haut oder Schleimhäute (Petechien) auftreten oder das Kind zunehmend apathisch wird.
  • Das erkrankte Kind braucht Ruhe, um den «Abwehrkampf» mit den Krankheitserregern durchzustehen.
  • Solange Ansteckungsgefahr besteht, den Kontakt zu anderen Kindern möglichst vermeiden.
  • Medikamente so wenig wie nötig verabreichen und diese nur nach Verordnung des Kinderarztes; dabei Dosis beachten.
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