Schweizerischer Samariterbund
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123. Abgeordnetenversammlung des SSB

Familiäres Treffen im JungfrauPark

Herzliche Ehrungen, diskussionslose Wahl- und Sachentscheide, wenige Fragen und eine gastfreundliche Organisation: Dies sind die Stichworte zur Abgeordnetenversammlung 2011 des SSB vom 18. Juni in Interlaken.

Die 232 Delegierten, die an der Abgeordnetenversammlung in Interlaken teilnahmen, fühlten sich im ersten Stock des JungfrauParks gut aufgehoben. Hier in den Kongressräumen waren sie, geschützt vor dem Regen, in einer Welt für sich, bestens versorgt durch die Samariter der Region Interlaken-Oberhasli.

Konkurrenz beim Nothilfekurs

Fast schien es, als wollten die Abgeordneten die familiäre Atmosphäre noch etwas geniessen, denn erst, als es schien, dass die Versammlung fast zu schnell zu Ende ginge, entbrannte unter dem Traktandum Verschiedenes noch eine kurze Diskussion um den Nothilfekurs.

Offenbar gibt es in einzelnen Landesgegenden einen unnötigen Preiskampf unter den Nothilfekursanbietern der Rotkreuzgruppe. Hier sind die Samaritervertreter in den Regionen gefordert, mit den Partnern das Gespräch zu suchen. Beim andern angeschnittenen Thema, den Qualitätskontrollen bei den Kursanbietern dagegen ist es die Zentralorganisation, die versucht, über den Verein ResQ Einfluss zu nehmen.

Finanzielle Sorgen

Ausgelöst wurde die Diskussion durch Dieter Göldi vom Zentralvorstand. Der Finanzfachmann hatte in seinen Erläuterungen zu Rechnung und Budget auf die Abhängigkeit der Zentralorganisation von den Kursabgaben aus den Nothilfekursen hingewiesen. Diese sind für den SSB ein doppeltes Problem. Einerseits gehen sie seit Jahren zurück. Anderseits sind sie kaum planbar, weil sie vom Engagement der einzelnen Samaritervereine abhängen.

Allerdings gibt es auch andere Faktoren, welche für Unsicherheit im Budget sorgen. So hat die Eidgenossenschaft den Beitrag von 355‘000 Franken für die Leistungen des SSB im Bereich des Koordinierten Sanitätsdienstes in Frage gestellt. Doch obwohl die Rechnung 2010 (minus 65‘000 Franken) und das Rahmenbudget 2012 (minus 161‘000 Franken) ein Defizit aufwiesen, genehmigten die Abgeordneten beide Vorlagen diskussionslos. Auch in allen anderen Sachgeschäften folgte die Versammlung einhellig den Anträgen des Zentralvorstands.

Weil SSB-Vizepräsidentin Bernadette Bachmann den Zentralvorstand aus beruflichen Gründen vorzeitig verlässt, waren ihre Ämter neu zu besetzen. Einstimmig wählten die Versammelten Anita Tenhagen zur neuen Vizepräsidentin des SSB und Stephan Guggisberg zum neuen Mitglied des Zentralvorstandes.

Zwei engagierte Reformer

Sehr herzlich gestaltete Zentralpräsidentin Monika Dusong die Verabschiedung von Bernadette Bachmann und von René Rhinow, dem scheidenden Präsidenten des Schweizerischen Roten Kreuzes (SRK). Beide wurden von den Abgeordneten mit kräftigem Beifall zu Ehrenmitgliedern ernannt.

Monika Dusong würdigte Bernadette Bachmann als liebenswürdige Kollegin, die sich durch einen aussergewöhnlichen Einsatz auf allen Ebenen der Samariterorganisation ausgezeichnet hat, aber auch als Spezialistin in Ausbildungsfragen und als Reformerin. Ihr Schaffen im Zentralvorstand sei geprägt gewesen, von Kompetenz in Organisations- und Managementfragen, von Weitsicht und Kreativität.

Bernadette Bachmann dankte für die Ehre und erinnerte an einige ihr wichtige Projekte der letzten Jahre. Ja, sie habe viel Zeit aufgewendet, „ich durfte aber auch Motivation tanken und viel Freundschaft erleben.“

„René Rhinow ist einer von uns geworden,“ erklärte Monika Dusong, er habe sich stets für die Arbeit der Samariter interessiert und an den meisten wichtigen SSB-Tagungen teilgenommen. Vom Engagement und von den Neuerungen, die er als Präsident in das SRK einbrachte, habe der SSB in reichem Masse profitieren dürfen. „So erlebten wir ihn als Vaterfigur, die immer das Wohl aller Glieder seiner grossen Familie im Auge behielt.“

Auftritt in der Öffentlichkeit suchen

In seinen Dankes- und Grussworten bezeichnete René Rhinow die Samariter als den dynamischen Teil des Roten Kreuzes. Er betonte, dass die Samariter angesichts ihrer Leistungen selbstbewusst den Auftritt in der Öffentlichkeit suchen dürfen und sollen. Er freute sich schliesslich über die stark gewachsene Zusammenarbeit zwischen SRK und SSB.

Zentralpräsidentin Monika Dusong schloss die Abgeordnetenversammlung mit einem herzlichen Dank an die Organisatoren aus dem Berner Oberland unter Fritz Wiederkehr, dem Präsidenten des Samaritervereins Grindelwald. Viele Delegierten nutzten die Gelegenheit, um anschliessend noch ein paar Eindrücke vom Eidgenössischen Jodlerfest mitzubekommen, das am gleichen Wochenende in Interlaken über die Bühne ging.  
Eugen Kiener

 

Die Beschlüsse der 123. Abgeordnetenversammlung des SSB

Die 232 Stimmberechtigten der 123. Abgeordnetenversammlung des Schweizerischen Samariterbundes genehmigten am 18. Juni 2011 in Interlaken BE:

  • das Protokoll der Abgeordnetenversammlung 2010
  • den Rechenschaftsbericht 2010
  • die Jahresrechnung 2010
  • den Antrag auf Entlastung des Zentralvorstands
  • das Tätigkeitsprogramm 2012
  • das Rahmenbudget 2012
  • die Teilrevision betreffend Kompetenzsumme des Zentralvorstandes (ZO 152)

Im weiteren wählten die Delegierten:

  • Anita Tenhagen, Effretikon ZH , für den Rest der Amtszeit 2009 bis 2013, zur Vizepräsidentin des SSB
  • Stephan Guggisberg, Biel neu, für den Rest der Amtszeit 2009 bis 2013, zum Mitglied des Zentralvorstands
  • die BDO AG Aarau für zwei Jahre zur Revisionsstelle des SSB

Sie ernannten:

  • Bernadette Bachmann,  scheidende Vizepräsidentin des SSB, und
  • René Rhinow, scheidender Präsident des Schweizerischen Roten Kreuzes zu Ehrenmitgliedern des SSB

Im Rahmen der Stiftungsversammlung genehmigten die Abgeordneten:

  • Rechnung und Bilanz 2010 der "Stiftung Henry Dunant des Schweizerischen Samariterbundes"

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